Cranio-Sacrale Therapie: Der Körper als Einheit mit selbstregulativ heilenden Kräften

cranio-sacrale-therapieDie Cranio-Sacrale Therapie ist ein Teilbereich der Osteopathie. Die Definition der Osteopathie (nach H.M. Wright, in „Perspecives in osteopathic medicine“, Kirksville, 1976, S7) lautet wie folgt:

„Die Osteopathie ist zugleich eine Philosophie, eine Wissenschaft und eine Kunst. Ihre Philosophie umfasst das Konzept der Einheit der Struktur und der Funktion des lebenden Organismus in Gesundheit wie auch in Krankheit. Ihre Wissenschaft beinhaltet die chemischen, physikalischen und biologischen Heilungen und Verbesserung von Krankheiten. Ihre Kunst ist die Anwendung der Philosophie und Wissenschaft in der Praxis der osteopathischen Medizin und Chirurgie und all ihrer Fachbereiche.“

Die Prinzipien der Osteopathie sind so definiert: Der Körper ist eine Einheit. Der Körper verfügt über eigene selbstregulative und heilende Kräfte. Struktur und Funktion beeinflussen sich wechselseitig.

Die Cranio-Sacrale Therapie basiert auf dem sogenannten primär respiratorischen Mechanismus oder Cranial Rhythmic Impulse, genannt PRM oder CRI. Zum cranio-sacralen System gehört das Kreuzbein (sacrum) und der Schädel (cranium), welche durch die Wirbelsäule miteinander verbunden sind über die Membranen des Hirns und des Rückenmarks.

Eine der Voraussetzungen der Arbeit mit dem Cranio-Sacralen System ist die erst in diesem Jahrhundert gemachte Entdeckung, daß die verschiedenen durch Nähte miteinander verbundenen Teile des Schädels sich in Bewegung befinden. Erzeugt wird diese Bewegung durch die Bewegung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, dem Liquor.

Unser zentrales Nervensystem (Hirn und Rückenmark) steuert fast alle Vorgänge im Körper. Der Liquor hat im Wesentlichen die Aufgabe das Zentrale Nervensystem zu ernähren und Abfälle weg zu transportieren, sowie immunologische Aufgaben und Schutz vor Druck und Stößen. Durch An- und Abschwellen des Liquors innerhalb des Cranio-Sacralen Systems entsteht eine Druckwelle, die sich auf den gesamten Organismus überträgt. Diese unwillkürliche cranio-sacrale Bewegung ist beim Menschen und bei den meisten Wirbeltieren zu finden. Es ist ein von Atem- und Herzrhythmus unabhängiger Körperrythmus mit einer Frequenz von 7-14 pro Minute. Dieser primär respiratorische Mechanismus (PRM) oder auch Cranial Rhythmic Impulse (CRI) überträgt sich in Form feinster rhythmischer Bewegungen auf die Schädelknochen und auf den gesamten Körper.

Dieser „Grundatem“ bewegt am Kopf die einzelnen Schädelknochen an ihren Nähten. Die Dehnbarkeit der Knochennähte liegt unter einem Millimeter und kann dennoch – für den, der es gelernt hat – präzise gespürt und beeinflußt werden.

Der cranio-sacrale Rhythmus scheint von größter Bedeutung zu sein für unsere „Lebenskraft“. Er stellt einen Regulationsmechanismus für den ganzen Körper dar und sorgt für Erhaltung der Homöostase, der Gesundheit und der Selbstheilung des gesamten Organismus.

Nicht nur der Bereich zwischen Schädel und Kreuzbein, sondern der ganze Körper des Menschen befindet sich, bedingt durch den cranio-sacralen Rhythmus, in einer wellenförmigen Bewegung des Öffnens und Schließens. Wo das nicht so recht funktioniert, können therapeutisch durch bestimmte Handgriffe Korrekturimpulse gesetzt werden. Jedes Krankheitsbild und jede Energieblockade verursachen spezifische Abweichungsmuster von der rhythmischen Grundbewegung. Diese zu beheben ist Aufgabe Cranio-Sacraler Therapie.

Der Therapeut versucht mit Hilfe von Cranio-Sacralen Techniken Stress und Anspannung aus dem Gewebe zu Lösen und vorhandene Blockaden auszugleichen. Die Versorgung des gesamten Körpers wird verbessert. Die gegebenen Impulsel führen mitunter auch zum Auflösen psychischer Blockaden.