Kinesio-Taping: Rezeptoren aktivieren und Schmerzen lindern ohne Nebenwirkungen

kinesio-tapingDiese Behandlungsmethode ist eine ganzheitliche und medikamentenfreie Therapie mit einem außergewöhnlich breiten Anwendungsspektrum.

Erfunden wurde diese Behandlungsmethode von dem japanischen Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase. Besonders Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzzuständen im Bewegungsapparat profitieren von der Kinesio-Taping Methode. Dabei ist die Klebetechnik von entscheidender Wichtigkeit. Abhängig von der Kleberichtung und der Art des Tapings soll eine spannungssteigernde (tonisierende) oder spannungssenkende (detonisierende) Wirkung der Muskulatur erzielt werden. Dabei wird die Bewegung des Patienten nicht einschränkt, sondern gefördert. In der Regel verbleibt das Tape circa sieben Tage auf der Haut und die erwünschte schnell eintretende Schmerzlinderung bleibt erfahrungsgemäß auch nach Ablegen des Tapes erhalten.

Die Wirkungsweisen des Kinesio-Taping werden wie folgt beschrieben:

– Die Muskelfunktionen werden verbessern
– Zirkulationseinschränkungen von Blut und Lymphe werden verbessert
– Schmerzen werden gelindert oder behoben
– Die Gelenkfunktionen werden unterstützt

Das Wirkungprinzip ist einfach. Jeder kennt das Phänomen, dass Reibung einer schmerzhaften Stelle, wenn man sich angestoßen hat, sehr wirkungsvoll den Schmerz lindert. Das hat damit zu tun, dass die Rezeptoren und die Nerven der Haut sehr viel schneller zum Gehirn leiten, als Schmerznerven dieses können. Einfach gesagt bringt das Stimulieren der Haut durch Reibung und andere mechanischen Interventionen Schmerzlinderung, weil die schnelleren Fasern die Reize der langsameren Fasern hemmen.

Dieses Phänomen macht sich das Kinesio-Taping zu nutze. Durch Kleben auf eine schmerzhafte Stelle entsteht ständiges Reizen der Hautrezeptoren und damit wirkungsvolle Schmerzlinderung. Außerdem führt das Kleben des Tapes zu einer wellenförmigen Anhebung der Haut. Hierdurch erfolgt eine Druckreduzierung im Gewebe durch Raumvergrößerung zwischen Haut und Muskulatur. Dieses hat eine Regulierung der Lymph- und Blutzirkulation zur Folge.

Durch die zusätzliche Stimulierung von Rezeptoren (propriozeptiven Reizen) kommt es zur Funktionsverbesserung der Gelenke und Stabilisierung des Muskeltonus.

Anwendung findet das Tape beispielsweise bei Sportverletzungen wie Tennisellenbogen, Muskelverletzungen oder Achillessehnenreizung, aber auch bei Hexenschuss/Bandscheibenvorfall sowie Kopfschmerzen und Migräne.

Da die Klebetechnik entscheidend für den Behandlungserfolg ist, muss der Therapeut über genaue Kentnisse der Anatomie, Physiologie und Neurophysiologie verfügen.