Borreliose nach Zeckenbiss: Kleines Tier – grosses Gefahrenpotential

Auf Grund der deutlichen Zunahme von Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird die Zecke von Fachleuten inzwischen als gefährlichstes Tier Deutschlands bezeichnet.

zecken-borreliose

Früher meist nur ein Problem in südlichen Regionen: Zecken – und damit Borreliose und FSME  – sind auch im Norden auf dem Vormarsch.

Was tun bei einem Zeckenbiss?

Nicht jeder Zeckenstich bedeutet eine Infizierung mit Borreliose. Da die für Borreliose verantwortlichen Borrelien im Mitteldarm der Zecke gelagert werden, erfolgt die Infizierung nicht direkt nach dem Saugbeginn, sondern erst mit den Ausscheidungen der Zecke, die in die Wunde gelangen. Das frühzeitige Entfernen einer Zecke kann Borreliose verhindern! Je früher man eine Zecke entfernt, desto minder ist die Gefahr, an Borreliose zu erkranken.

Dabei ist das Wichtigste, WIE die Zecke entfernt und abgetötet wird: Packen Sie die Zecke möglichst direkt am Stechapparat. Ziehen Sie die Zecke vorsichtig heraus, ohne sie zu quetschen. Sonst werden die Borrelien aus dem Darm in die Wunde eindringen. Hausmittel wie Öle, Butter, Klebstoffe sollten zum Zecken-Entfernen vermieden werden. Auf jeden Fall sollten Sie die Stichstelle noch einige Monate beobachten.Wenn Sie eine sich von der Stichstelle ausbreitende Rötung (Wanderröte) oder ein Geschwür bemerken, sollten Sie unverzüglich abklären lassen, denn es könnte auf eine Infektion hindeuten.

Wie verläuft Borreliose?

In dem ersten Stadium der Krankheit, d.h. Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich, bildet sich eine ringförmige Rötung (sog. Wanderröte) um die Stichstelle. Dieses Anzeichen wird jedoch nur in 40 bis 60% der Fälle bemerkt, bzw. die Wanderröte tritt gar nicht auf. In manchen Fällen wird Borreliose zu ihrem Beginn von Grippe-ähnlichen Symptomen begleitet. Die Wanderröte tritt nur in 75% der Borreliose-Fälle auf. Um sicherzugehen, dass man durch einen Zeckenstich mit Borreliose nicht infiziert wurde, kann die Zecke nach ihrem Entfernen auf Borrelien untersucht werden ( dort noch Info) Im fortgeschrittenen Stadium (Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich) kann sich die Borreliose durch sehr unterschiedliche Symptome auszeichnen, darunter:

  • Gelenke-, Knochen- und Muskelschmerzen
  • akute und chronische Hautveränderungen
  • Beeinträchtigung des Nervensystems
  • Sinnesstörungen
  • Stoffwechselstörungen
  • gastrologische Beschwerden
  • neu auftretende Nahrungsunverträglichkeiten
  • psychische Störungen etc.

Die schulmedizinische Behandlung können Sie unter http://www.borreliose-gesellschaft.de/de/Leitlinien nachlesen.

Die Diagnostik einer Borreliose ist außerordentlich schwierig, da ein negativer Antikörpertest nicht beweist, dass keine Borreliose vorliegt. Sollten Sie den Verdacht haben, bei Ihnen könnte eine chronische Lyme-Borreliose vorliegen, sprechen Sie mich, an, ich berate Sie gerne.

In meiner Praxis gehe ich nach einem definierten Schema vor, entweder komplementär zur Antibiotika-Therapie oder als alleinige Therapie. Diese Schritte werden ebenfalls von der Deutschen Borreliose Gesellschaft als biologische Borreliose-Therapie vorgeschlagen: