Mädchen beisst Zähne zusammen

Zähne zusammenbeißen und durch? Keine gute Idee!

„Bruxismus“ heißt das Krankheitsbild, hinter dem ein starkes Aufeinanderpressen der Zähne oder das nächtliche Knirschen stecken. „Sei nicht so verbissen“ oder „Verbeiß Dich doch nicht so in die Sache“ sind nur einige Redewendungen, die zeigen, wie stark die Zähne in unser Gefühlsleben involviert sind.

Gut ein Drittel der Bevölkerung knirscht im Schlaf mit den Zähnen. Das hat nicht nur Folgen für das Gebiss, sondern auch für den ganzen Körper. Es kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und Verspannungen kommen, die oft chronisch werden.

Hundert Kilo Druck – Frauen im mittleren Alter oft betroffen

Als Ursachen für das Zähneknirschen gilt Stress, vor allem das Wälzen von Problemen im Schlaf. Dabei kommt teilweise ein Druck von mehreren hundert Kilogramm zum Tragen – weitaus mehr als beim Essen. Besonders betroffen vom Bruxismus sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren. Eine weitere Ursache für Bruxismus kann ein Fehlbiss sein. Zum Beispiel sitzt der Zahnersatz nicht richtig, es kommt zu einem sogenannten Frühkontakt. Die Muskulatur versucht die Fehlstellung auszugleichen und nimmt eine Zwangshaltung ein. Verspannungen und Knirschen verstärken sich. Auch eine „CMD“, eine Dysfunktion zwischen Schädelknochen und Kiefergelenk kommt als relativ häufige Ursache in Frage

Von Zahnschmerzen bis zu Kopfschmerz und Tinnitus

Gewissheit bekommen Sie beim Zahnarzt: eine vergrößerte Kaumuskulatur, stark abgenutzte Zähne, vor allem der oberen Eckzähne, sowie Abdrücke der Zähne in den Wangen und auf der Zunge sind für ihn Anzeichen, dass Sie nachts mit den Zähnen knirschen. Manchmal bildet sich sogar das Zahnfleisch zurück, die Gesichtsmuskulatur schmerzt beim Aufstehen und es kann zu Kopfschmerzen und Tinnitus kommen.

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Unser Kausystem mit den 3-dimensional beweglichen Kiefergelenken leistet mit die komplexesten Gelenkbewegungen im Körper. Mit bis zu 800 Newton wird die größte punktuelle Kraft mobilisiert. Die bei einem gestörten Zusammenspiel von Schädel und Unterkiefer auftretenden  Symptomkomplexe werden unter dem Oberbegriff Cranio Mandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst.

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Spezielle Massagen der Kopf- und Kaumuskulator, verschiedene Entspannungstechniken, Yoga oder PMR (Progressive Muskelentspannung) sind nur einige Methoden, mit denen Bruxismus schonend und nachhaltig abgestellt werden kann.

Multimodale Therapie hat sich bewährt

Zur Behandlung von Bruxismus sollten unterschiedliche Therapien verschiedener Fachrichtungen sinnvoll miteinander verknüpft werden.

  • Zahnarzt: Er kann eine Beißschiene anfertigen, die die Zähne vor übermäßigem Abschleifen schützt und das Kiefergelenk entlastet. Der Zahnarzt muss im Einzelfall prüfen, welche Art der Behandlung angemessen ist. Funktionstests zeigen, ob und in welchem Maße die Bisslage gestört ist. Speziell adjustierte Schienen können helfen, den Kiefer wieder in eine physiologisch normale Position zu bringen. Gegebenenfalls kann es notwendig sein, die heruntergebissenen Zähne soweit aufzubauen, dass sie wieder normal schließen.
  • Physiotherapeut: Inzwischen gibt es Zusatzausbildungen zur Spezialisierung für Kopf- und Kiefer-Problematiken für Physiotherapeuten (Suchen Sie z.B. nach „CRAFTA“ und „CMD“). Techniken wie Massage der Kaumuskulatur, manuelle Therapie und das Einüben individueller Übungen tragen zusammen mit der Beißschiene zu einer Verbesserung bei.
  • Psychotherapie und Entspannungstechniken: Hier haben sich die Verhaltenstherapie, Yoga, autogenes Training, die Progressive Muskelentspannung sowie Achtsamkeitstraining besonders bewährt

Darüber hinaus gibt es ein einfaches unterstützendes Rezept, nervöse Kiefergelenke zu entspannen und positive Energie zu tanken: Das Leben nicht zu schwer nehmen und viel Lächeln! Denn wie schon Charlie Chaplin sagte: »Jeder Tag, an dem Sie nicht lächeln, ist ein verlorener Tag.«